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Per Zufall fiel mir mein altes Poesiealbum aus den 70er-Jahren in die Hände. Ich erinnerte mich vage, wie wir alle mit diesen Poesiealben herumrannten und Lehrer wie Mitschüler:innen baten, etwas einzutragen. Wozu? Wofür? Irgendwie sollte es für später sein. Vielleicht war es als Erinnerungsstütze gedacht oder als Lebenshilfe für schwierige Zeiten? Ich las mir die verschiedenen Reime durch und konnte es kaum glauben, welche hochgestochenen Worte und "Lebensweisheiten" unsere Lehrer:innen und meine Mitschüler:innen zum Besten gaben.
Was waren das für Zeiten?
Oder haben Sie alle diese Verse geschrieben, weil sie wussten, dass wir die ohnehin erst viel später verstehen würden?
Es geht um nonstop Arbeiten, Rechtschaffenheit, Güte statt Liebe, sich besser als Strauch als "groß" zu fühlen, Glück gibt es nicht, Lachen ist eine ernste Sache, und unser Inneres sprudelt als ständige Quelle: Nur darauf kommt es an. 
Sagen wir mal so - die Lehrer:innen haben eben eine Spaßbremse eingebaut. Nach dieser Lektüre war ich erst mal richtig deprimiert, aufgebaut hat mich da nix. Nix zum Schmunzeln.
Habt ihr auch noch Poesiealben aufgehoben?