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Je älter wir werden, umso langsamer arbeitet unser Gehirn. Das ist Fakt. Man kann diesbezüglich von einem Abbau der Leistungsfähigkeit sprechen. Wir lernen schwerer auswendig und wir können uns schlechter konzentrieren. Andererseits nehmen andere geistige Fähigkeiten zu wie z.B. besser in Zusammenhängen denken und somit neue Erkenntnisse gewinnen zu können. Da sind wir Älteren einfach unschlagbar. Ist ja auch logisch. In älteren Gehirnen ist in der Regel viel mehr Wissen abgespeichert, das im Alter neu "gemischt" wird. 

Nach dem Renteneintritt nimmt unsere geistige Leistungsfähigkeit hinsichtlich der Verarbeitungsgeschwindigkeit also grundsätzlich ab, ganz besonders wenn wir geistig gar nicht mehr gefordert werden. Dann sinkt die Leistungskurve plötzlich ziemlich stark ab und pendelt sich dann auf einem durchschnittlichen Level ein. Bleiben wir aber weiterhin geisitig aktiv, rege und fordern uns, dann sinkt die Kurve viel weniger stark ab, bleibt länger auf einem höheren Level. Übrigens: SUDOKU ist nicht gemeint, wenn ich von geistigen Herausforderungen spreche. Wer Lust hat, könnte sich in ein neues Thema einarbeiten, wo man sich Inhalte merken muss und diese gleichzeitig miteinander in Beziehung setzen, also sich in komplexere Zusammenhänge einzuarbeiten. Wenn der Kopf raucht, dann war´s richtig! Sprachen lernen und diese auch anwenden, oder einfach seinen Beruf etwas länger ausüben.

Übrigens sind Frührentner hinsichtlich dem Nachlassen ihrer geistigen Leistungsfähigkeit mehr gefährdet. Hier ein paar Zitate aus einem Tagesschau Interview mit Hendrik Schmitz. Hier der LINK.

Prof. Hendrik Schmitz: "Es gibt einen Unterschied zwischen Rentnern und Frührentnern. Ein 70-Jähriger, der mit 60 Jahren in Rente gegangen ist, hat demnach doppelt so viel eingebüßt, wie ein 70-Jähriger, der sehr lange gearbeitet hat. Anders ausgedrückt: Der normale kognitive Abbau, den Menschen innerhalb von zehn Jahren erfahren, verdoppelt sich durch die Verrentung noch einmal." (Zitat Ende)

Aber ich möchte hier nicht die Frührentner "schlecht" reden, denn viele können einfach aus körperlichen/Gesundheitlichen Gründen nicht länger arbeiten. Denn für alle gilt:

Prof. Hendrik Schmitz: 

"Wir möchten darauf hinweisen, dass es in Bezug auf die mentale Fitness grundsätzlich für alle Menschen besser ist, etwas länger zu arbeiten."

Und warum aber wird unsere Gehirnleistung schlechter nach Rentenbeginn?

Prof. Hendrik Schmitz:

"Dafür kann es mehrere Ursachen geben. Die wesentliche ist die sogenannte "Use it or lose it"-Hypothese: Das Gehirn ist in gewisser Weise wie ein Muskel, der stimuliert und gefordert werden muss. Wenn wir aus dem Arbeitsleben ausscheiden, haben wir deutlich weniger geistige Herausforderungen als vorher. Ein weiterer Grund kann der Verlust sozialer Kontakte sein."

Zur Person:

 "Hendrik Schmitz ist Professor für Statistik und Quantitative Methoden der Empirischen Wirtschaftsforschung an der Universität Paderborn und Wissenschaftler beim RWI - Leibnitz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen. Er untersucht den Rückgang kognitiver Fähigkeiten älterer Menschen in Europa und den USA." Zitat Tagesschau Interview


Ich möchte persönlich Folgendes hinzufügen: 

Suchen Sie sich eine geistige Beschäftigung aus, die Ihnen Spaß macht. Alles andere macht nämlich keinen Sinn. Dann hilft das schwerste Training nämlich nix!