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Altersbilder, Klischees, Vorurteile und Erwartungen wie alte Menschen sein sollen! Heute wie damals ein Thema, nur dass es heute auch wissenschaftlich erforscht und mit diversen Aktionen „bekämpft" und so in unser Bewusstsein gerückt wird. Die sehr kurze, dreiseitige Geschichte von Bertold Brecht ist vergnüglich. Denn auch heute werden (besonders) egoistische ältere Frauen immer noch argwöhnisch wie kritisch beäugt: Wer sich seinen Leben lang als Frau, Tochter, Mutter und Ehefrau aufgeopfert hat, wird das wohl doch auch selbstverständlich noch im Alter tun!

Von wegen:

In Brechts Geschichte aus dem jahr 1939 will die Witwe nicht, dass der eine Sohn samt Familie zu ihr ins große Haus zieht. Von ihren 5 Kindern wünscht sie sich nur eine sehr kleine geldliche Unterstützung, mehr soll's nicht sein. Kontakte beschränkt sie aufs Notwendigste. Stattdessen:

  • geht sie ins Kino,
  • besucht keine Kaffeegesellschaften mehr sondern lieber einen Alkohol trinkenden Flickschuster,
  • isst jeden zweiten Tag im Gasthof,
  • besucht nicht mehr den Gottesacker mit dem Grab ihres Mannes,
  • lädt den Sohn auf Besuch nicht zum Wohnen in ihr Haus ein - der muss ins Hotel,
  • bestellt sich eine Bregg, ein Pferdegefährt für einen Ausflug zur Rennbahn,
  • kauft sich einen Hut mit Rosen drauf,
  • nimmt eine Hypothek auf ihr Haus auf und niemand weiß, wo das Geld geblieben ist,
  • wandert im Sommer um drei Uhr früh durchs Städtchen.

So lebt sie zwei Jahre, bis sie mit 74 Jahren starb.

Nach langen Jahren der Knechtschaft kostete sie die kurzen zwei Jahre der Freiheit aus!

Genauso geht's, ihr Lieben!

Traut euch!

Alles Gute nachträglich zum Muttertag! 

Hier der LINK zum kompletten Text!