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Ich muss es einfach mal so deutlich sagen, denn es begegnet mir bei all meinen Vorträgen: Das Älterwerden in Deutschland ist erschreckend "angst"- und "scham"-besetzt. Die meisten konzentrieren sich dabei auf ihren Körper, und dabei ganz besonders was der Körper eben 

 1. alles nicht mehr kann,

und

2. wie er eben nicht mehr aussieht!

Es geht beim Älterwerden immer auch um Äußerlichkeiten, und eine gewisse Eitelkeit ist ja gar nicht so verkehrt - finde ich. Es tut schon gut, wenn man auf sich achtet - auch beim Älterwerden. Aber der Schönheit der Jugend nachzutrauern - also das tun ja nicht alle - aber einige schon, das ist wohl völlig verschwendete Leidensenergie!

Und übrigens: Auch ständig die Leistungseinbußen des alternden Körpers zu betrauern, hilft wenig weiter. Denken wir doch mal nach, in welcher Lebensphase das leben nicht auch extrem anstrengend war, das Kreuz ständig schmerzte, weil man vielleicht kleine Kinder hatte, ein Haus gebaut oder renoviert hat oder die Gartenarbeit zuviel war. 

Ja die Geisteshaltung beim Älterwerden ist leider nur zu oft:

DAS GLAS IST HALBLEER!

Eher wenige erinnern sich an all das, was sie in ihrem Leben schon gemeistert haben!

Aber genau da geht die Reise hin:

Denkt doch einmal an all die Krisen und Herausforderungen, die ihr in eurem Leben gemeistert habt. Und werdet euch mal eurer persönlichen Stärken bewusst, die euch durch schwere Zeiten getragen haben. Denn persönliche Sträken hat jede(r) von uns!

Und genau auf die könnt ihr euch auch beim Älterwerden verlassen. Genau die werden euch durch herausfordernde oder vielleicht auch belastende Zeiten im Alter stützen, euch hindurchbegleiten.

Das kann ich euch heute ganz vollmunig versprechen.

Es lohnt sich, sich einmal seiner Stärken bewusst zu sein, und diese können ganz unterschiedliche sein:

Ein bestimmtes Können oder Gelerntes, Herzensbildung, Charakterstärken wie Durchhaltevermögen, Hobbys und so vieles mehr.

Es stärkt ungemein, das einmal zu durchdenken!

Ich erlebe das bei meinen Klient:innen in der Beratung oder bei der Lebensrückrückblicktherapie immer wieder.

Es braucht oft gar nicht viel, um Menschen durch eine Krise zu führen: Sie vergessen oft, was sie schon alles geschafft haben. 

In diesem Sinne: Erinnert euch!