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Mangelndes Selbstwertgefühl beim Älterwerden - das fängt für manche schon mit den ersten Falten an. Andere verbinden den Auszug der Kinder mit dem Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden. Und einige erwischt es kalt beim Renteneintritt: der persönliche Bedeutungsverlust. Die vielen Seminare zum ÜBERGANG IN DEN RUHESTAND zeigen doch, dass Bedarf da ist.

Wir alle - oder die meisten - wollen "jemand sein", etwas schaffen, für etwas stehen. Es geht um Identität und Anerkennung. Und das ist gut so, denn es treibt uns alle an, manche auch zu Höchstleistungen. Aber natürlich gibt es da eine gesunde Grenze. Manche wollen zu viel und rennen irgendetwas oder irgendwem hinterher. Ihr ganzes Leben lang. In unserer Leistungsgesellschaft vergleichen wir unsere "Leistungsfähigkeit" immer mit anderen, Ja und auch Wettbewerb oder Konkurrenz eben beleben das Geschäft und bringen wichtige Weiterentwicklungen hervor.

Beim Älterwerden realisieren wir, dass jüngere Menschen die Dinge plötzlich anders und vielleicht auch besser machen. 

Wir werden langsamer im Job und viele schämen sich dafür. In meinen Gesprächen mit Älterwerdenden vertrauen mir das viele an.

Und wenn wir dann ab der Rente immer weniger Aufgaben haben, dann erleben viele das als Abwertung ihrer Bedeutung für die Gesellschaft, für ihr Umfeld. Leistungsstarke Menschen halten das überhaupt nicht aus, vor allem, wenn krankheitsbedingt immer weniger geht: 

"Früher konnte ich doch noch!"

"Ich sitze doch nur rum."

"Ich bin nutzlos!"

Viele von uns haben das Problem, unser REINES SEIN, unsere PURE EXISTENZ wertzuschätzen. Dass es gut ist, dass wir einfach nur da sind.

Und im Alter, z.B. bei Bettlägrigkeit wird es dann ganz besonders schwer.

Ich denke mir, dass es uns gut tun würde, über unser ganzes Leben hinweg immer wieder Momente wertzuschätzen, in denen wir uns ganz einfach über unser REINES SEIN, unsere PURE EXISTENZ  freuen. Moment, die manche im Urlaub erleben. Da gibt es nichts zu tun, niemand will etwas von uns, man sitzt nur da und genießt den Moment.

Wie in bei einer Meditation.

Diese Momente mehr in unseren Alltag einzubauen - 

und ich höre schon die Aufschreie von einigen: "Wie soll das denn nun auch noch gehen?" -

wäre eine gute Vorbereitung aufs Älterwerden.

Die eigene Existenz wertzuschätzen ohne das Trara drumherum. Vor allem in Verbindung mit der Natur.

Das Leben feiern, zumindest für einen kurzen Moment.

Vielleicht läßt sich dann der "Bedeutungsverlust" im Alter - was auch immer das sein soll, und wer auch immer das definiert -

"besser aushalten".

Ich meine ja nur!

(Foto oben ist das Cover einer Biografie, die verfassen durfte!)