Sie wissen: Ich fahre sehr häufig Bahn, so manche DB-Geschichte habe ich in meinem Blog schon erzählt.
Diese finde ich besonders berührend in verschiedener Hinsicht: Ich wartete in München im Gleisteil F auf die Einfahrt meines Zuges nach Fulda. Der Bahnsteig F liegt weit außerhalb des Bahnhofskerns.
Der ICE von Hamburg fuhr ein, und häufig fahren diese ICEs auch bald wieder nach Hamburg zurück. Aber natürlich muss der Zug erst einmal gereinigt werden. Das fleissige Reinungspersonal steigt vorne am Zuganfang bei A ein und arbeitet sich durch bis zum Zugende bei F. Wo ich eben wartete.
Mir fiel eine Frau auf, die sich zu uns wenigen Passagieren im F-Bereich gesellte, sie sah aber nicht unbedingt nach einem Fahrgast aus.
Das Reinigungspersonal hat die Müllsäcke alle zu der Frau gebracht, die sie nach Pfandflaschen durchstöberte. Das alles geschah ohne irgendeinen menschlichen Austausch, es lief ganz automatisch ab. Die Flaschensammlerin kennt natürlich die Reinigungsabläufe bei der DB und bringt sich rechtzeitig in Stellung. Man arbeitete Hand in Hand.
Armut hat System. Und zwar nur nicht auf der Seite derjenigen, die gesellschaftlich dafür verantwortlich sind.