Natürlich ist das eine sehr überspitzt formulierte Frage. Eigentlich meine ich: Ist mein BLOG ein Auslaufmodell?
Seit 15 Jahren schreibe ich BLOG, in dem ich zum Thema Älterwerden und/oder Biografiearbeit berichte. Das ist immer mit viel Arbeit verbunden, da ich es mit großer Sorgfalt, Hingabe, Genauigkeit, viel Recherchen tue. Gleichzeitig formuliere ich wissenschaftliche Inhalte so, dass es jeder versteht und auch Spaß machen soll, zu lesen. Also abgehobener Kauderwelsch ist ja meine Sache nicht, nur damit ich mich gut fühle, es sonst aber keiner versteht.
Aber nun habe ich seit einiger Zeit festgestellt, dass wir regelrecht mit Büchern und BLOGs zum Thema Älterwerden überflutet werden. Früher kannte ich eigentlich noch jede Neuerscheinung zum Thema, heute macht das keinen Sinn mehr. Und interessanterweise kam die Flut parallel zur Anwendung der Chat GPT.
Mit Chat GPT werden heute ganz einfach Inhalte generiert, und was ich so mitbekomme, sind die Texte gar nicht so schlecht oder sogar richtig gut.
Soll ich mir eigentlich überhaupt noch diese viele Mühe machen, einen Blog mit eigenen selbst verfassten Texten zu schreiben?
Und während ich so an mir zweifelte, kam tatsächlich - ungelogen - folgende Email von Herrn Franz Wich bei mir an, den ich bis dato überhaupt nicht kannte:
Ich bin auf Ihren Blog aufmerksam geworden, den ich mir gerade ein bisschen "er-lese".
Ich danke Ihnen, weil ich hier kein Wort zu viel findeund alles von Ihnen übersichtlich und gut präsentiert wird!
Chapeau! Mich überzeugt, dass Sie hier keine "Werbung" im schlechten Sinn machen (Konsum provozierend) und auch kein Persönlichkeitsoptimierungskonzept im schlechten Sinn (nach dem Motto: Wie kann ich selbst noch mehr "Likes" bekommen?) empfehlen, sondern echte Information bieten, hilfreiche Orientierung zur besseren eigenen Lebensbewältigung und eine öffnende Einladung in ein Lebensalter aussprechen, das mit ungefähr den meisten Tabus, aber auch erdrückenden Idealbildern besetzt ist, so dass es schwer fällt, sich hier seinen eigenen Weg zu bahnen ...
Ich bin 66 und seit 1.8. im Ruhestand.
Jetzt beschäftigt mich vor allem die Organisation der nächsten 12 Monate ...
(Mehr bald in meinem Blog "theologie-studieren-66plus".)
Sie machen mir mit Ihrem Beitrag auf vielfache Weise Mut!
Danke
und herzliche Grüße!
Franz Wich"
Ist das nicht unglaublich? Ich war baff, während meiner Selbstzweifel so eine tolle Wertschätzung.
Vielen Dank lieber Herr Wich!
Ich habe der Einladung zum nächsten Onlinetalk das Lob von Herrn Wich beigefügt und als Thema angestossen, wie wir eigentlich zukünftig übers Thema Älterwerden informiert werden wollen. Vor allem, da gerade mit den Ängsten vor dem Älterwerden viel Geld verdient wird. Besonders mit der Angst vor Demenz.
Und da erhielt ich folgende Antwort, die ich aber nur anonymisiert weitergeben darf:
"Ja, liebe Frau Wagner, die KI kann und wird uns vieles abnehmen. Sie kann wissenschaftliche Erkenntnisse recherchieren und zusammenfassen. Diesen Texten fehlt aber immer das Menschliche. Die KI hat kein Herz, keine Seele, kein Gemüt. Sie kann weder Erfahrungen machen noch teilen. Und genau das können Sie, liebe Dagmar, mit Ihren Workshops, Ihren Treffen und Angeboten! Hier sind Sie nicht durch eine Maschine ersetzbar - und auch Ihre Texte werden immer einmalig und unvergleichlich sein, wenn man merkt, dass hier ein (echter) Mensch sein Wissen und vor allem seine persönlichen Erfahrungen teilt - authentisch, klug und humorvoll wie Sie!"
Und nun frage ich euch: Werden es meine Beiträge zukünftig schaffen, beim Thema Älterwerden etwas bewirken zu können? Oder werden meine Beiträge einfach über- oder weggeschwemmt?
Keine Ahnung, ich weiß es gerade wirklich nicht.
Und bitte - das soll kein Gejammer oder Selbstmitleid sein.
Ich halte das für eine sehr realistische Betrachtungsweise!