
Ein hohes Alter - wie zum Beispiel 100 Jahre erleben zu dürfen - ist natürlich etwas ganz Besonderes, und die meisten Hundertjährigen empfinden dies als großes Geschenk! Aber es hat natürlich auch Schattenseiten: 17% der Hundertjährigen mussten den Tod eines Kindes miterleben, wie zum Beispiel Hella aus Ü100, die ihre jüngste Tochter, 57, verloren hat. Über einen derartigen Verlust kommt eine Mutter nicht hinweg. Bis heute spricht Hella dieses Thema immer wieder an, und man spürt ihren großen Schmerz, ihre Traurigkeit dabei.
Wie denken die Kinder von Hundertjährigen eigentlich über ein hohes Alter, würden auch sie gerne 100 Jahre werden wollen?
Ursula Huttig (Anfang 70), die Tochter von Gerda aus Ü100, meint dazu:
„Manchmal frage ich mich, ob ich auch 100 Jahre alt werden möchte? „Ja“ dazu sage ich, wenn ich mich ebenso herzlich, humorvoll, kreativ, tolerant und positiv auf den nächsten Tag bis ins hohe Alter freuen könnte. Und wenn mir meine Freunde dabei erhalten blieben. Meine Mutter sagte immer: Nicht in Bitterkeit zurück, sondern in Neugier auf die Zukunft. Diese Einstellung bedeutet viel Arbeit und Selbstdiziplin- jeden Tag auf´s Neue. Ich habe viel davon gelernt - an dem Rest arbeite ich - es bleibt ja - hoffentlich - noch ein bisschen Zeit bis zu meinem 100. Geburtstag.“
Ursula mit ihrer Mutter Gerda aus Ü100 an Sylvester 2013/14: Ursula hatte vereinbart, mit ihrem Mann vorbeizukommen, wenn bei ihrer Mutter noch Licht brennt. Sie haben auf ein gesundes Jahr angestoßen.

Wenn Sie mitreden wollen zum Thema "demografischer Wandel" brauchen Sie Zahlen.Hier für Sie ein Überblick. Seien Sie ehrlich: Hätten Sie´s gewusst?Der Anteil über 50- und 65jähriger in der Bundesrepublik:2060: 51% über 50 und 33% über 65 Jahre2050: 52% über 50 und 32% über 65 Jahre2040: 50% über 50 und 31% über 65 Jahre2030: 48% über 50 und 28% über 65 Jahre2016: 44% über 50 und 21% über 65 JahreUnd hier noch eine schöne Karikatur aus dem Karikaturenwettbewerb "Senioren" von der Bundesregierung: Einen schönen Sonntag wünscht Ihnen Ihre Dagmar Wagner
CALICO - so nennt sich die US-Firma, die sich der wissenschaftlichen Untersuchung menschlicher Alterungsprozesse verschrieben hat. Die Biologie dieser Prozesse besser zu verstehen, um ihnen eventuell eines Tages auch entgegenwirken zu können - das ist das Ziel des Unternehmens. Das ewige Leben also? Aber will man das? Dabei betonen sie, dass sie nicht nur das längere Leben sondern natürlich ein gesundes längeres Leben anstreben!Hier der Weblink.
Doch hierbei wird eine letztlich sehr einfach Überlegung gerne vergessen:SINN erhält unser Leben ausschließlich darüber, das es begrenzt ist. Diese Begrenzung bestimmt unsere Entscheidungen, wie wir unser Leben leben wollen und können. Ein fast ewiges Leben macht so manche Entscheidungen weniger dringlich und unsere Haltung unentschiedener, beliebiger.Dennoch kann ich nachvollziehen, dass Wissenschaftler sich für das Geheimnis des ewigen Lebens interessieren, für die Prozesse unserer Vergänglichkeit. Eventuell stoßen sie dabei auch auf Erkenntnisse, die tatsächlich nützlich für uns sind. Dass wir unsere Möglichkeiten nutzen, unsere Lebensqualität immer während zu verbessern, ist doch selbstverständlich.
Die Frage, die sich hierbei auch stellen mag, ist, wer in den Genuss eventuell neuer Erkenntnisse kommen mag, ob es als reines Herrschaftswissen nur für wenige zum Vorteil gereicht: Alle, die sich lebensverlängernde Maßnahmen leisten können, um länger fit zu und gesund zu bleiben?Andererseits: Die Menschen werden alle immer älter und älter. Dass man versucht, auch eine Kostenexplosion im Gesundheitssektor zu vermeiden, indem man die zukünftigen alten und hochaltrigen Menschen „fitter und gesünder“ macht, ist wiederum verständlich. Sozusagen eine win-win-Situation für beide Seiten.
Eines allerdings wird nach wie vor zu wenig bedacht: Dass sich auch unserer Umgang miteinander verbessern könnte, unser Hang zu Stress, Perfektion, Schnelligkeit, Wachstum, Egomanie und diese ewige Effizienzsteigerung. In diesem Sinne ist auch CALICO unterwegs: ein langes tolles Leben ohne physische Verluste!
Wer sich eingehender mit dem Thema „Ewiges Leben“ beschäftigen möchte, hier eine kleine Anregung:
Daneben gibt auch die Länge der Chromosomenenden, der Telomere, einen Hinweis auf das biologische Alter. Diese verkürzen sich mit jeder Zellteilung. Telomere werden mit biologischen Vorgängen in Verbindung gebracht, die mit der Alterung von Zellen zusammenhängen sowie mit deren Immortalisierung und damit auch der Entstehung von Krebs. Manche meinen, dass der Tod und das Altern bereits im genetischen Programm jeder Zelle verankert sind und daher in festgelegter Weise ablaufen. (Teilweise zitiert aus Wikipedia)Ein schönes Leben - egal wie lange es dauern wird - wünscht Ihnen Ihre Dagmar Wagner
