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    Willkommen auf meinem BLOG bei älterwerden.net!

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    Herzlichst Ihre Dagmar Wagner

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Prävention vom Feinsten und einzigartig: Die Münchner Inklusive Montessori Schule an der Balanstrasse, Monte Balan, legt mit ehrenamtlichen Seniorexpert:innen für ihre Schüler:innen den besten Grundstein für ein gesundes Älterwerden!

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Wir wissen aus Becca Levys Forschung: Unsere Alters-selbst-bilder bilden sich schon früh in der Kindheit und Jugend. Und natürlich hängen sie auch davon ab, welchen älteren Menschen wir als mögliche Vorbilder oder „Role Models" begegnen.

Die Münchner Monte Balan Schule ist ein beispielgebendes Paradebeispiel und die wohl einzige Schule in Deutschland, die ihren Schülern positive Alter(n)svorbilder im Unterricht bietet. So wird der Grundstein für eine bessere körperliche, geistige, seelische Gesundheit im Alter gelegt. Denn: Positive Vorbilder sorgen für ein eigenes positives Alters-selbst-bild. Junge Menschen sehen ihre Zukunft als älterer Mensch darum weniger düster, oder sogar sehr positiv. Und das beschert eine bessere körperliche und geistige Leistungsfähigkeit im Alter, wie Levy in Studien nachgewiesen hat.

Wie das geht?

Mit dem Alleinstellungsmerkmal „Werkstatt der Generationen" erhielt diese besondere Montessorischule im Jahr 2008 die Schulerlaubnis: Eine großartige Idee der damals circa 13 Gründungsmitglieder, alles Eltern, die so gute Erfahrungen mit ihren Omas und Opas machten, dass sie ein intergeneratives Miteinander auch in ihrer zukünftigen Schule leben wollten.

Was heißt das nun genau? 80 „persönliche und ganz individuelle" Generationenprojekte werden von den circa 40 ehrenamtlichen Seniorexpert:innen pro Schuljahr eingebracht. Auch eine 106jährige Dame war als Gesprächspartnerin und Zeitzeugin dabei.

Mitmachen können Senior:innen mit einem Thema oder einem besonderen Interesse, die sie gerne mit Kindern und Jugendlichen teilen. Diese Projekte werden von Pädagog:innen begleitet, allein werden die Seniorexpert:innen nicht gelassen bei ihrem Einsatz! Die Projekte sind im Schulalltag fest verankert, inhaltlich bestimmen die Senior:innen selbst, wo´s lang geht.

Zum Beispiel: Sie haben lange in Peru gelebt und wollen zum Land ein Projekt machen? Dann mal los... so funktioniert die Werkstatt der Generationen, organisiert von einem eigens dafür eingerichteten Team. Nicht der normale Unterrichtsstoff wird behandelt, sondern die „Erfahrungen" und das Wissen der Senior:innen werden weitergegeben, ganz individuell. Super Sache wie ich finde!

Mir wurde die Ehre zuteil, im März bei dem diesjährigen pädagogischen Treffen von Lehrer:innen und Seniorexpert:innen meinen Vortrag DU BIST SO ALT, WIE DU DICH DENKST! zu halten. Ich durfte einige der Seniorexpert:innen kennenlernen, und war tief beeindruckt über deren Haltung zum Älterwerden. Alle waren positiv überrascht, zu erfahren, welch eine nachhaltig vorbildliche Arbeit sie hier leisten für die Gesundheit ihrer Schüler:innen im Alter.

Eingeladen hat mich die Leiterin der Werkstatt der Generationen von der ersten Stunde an: Anke Könemann (siehe Foto, Copyright Manu Theobald), eine bewundernswert engagierte Frau, bei der man die Lust und Liebe zum Thema spürt. Alt lernt von Jung und umgekehrt, gelebte Intergenerativität, besser geht´s nicht, ist aber immer noch eine rühmliche Ausnahme in Deutschland. Ich habe Anke Könemann noch ein paar kurze Fragen gestellt:

Liebe Anke Könemann, haben Sie manchmal „Nachwuchsprobleme" mit den Seniorexpert:innen?

Wir haben großes Glück, denn es interessieren sich tatsächlich viele Senior:innen dafür, bei uns mitzumachen. Manche kommen direkt zu uns, andere werden über die Freiwilligenagentur vermittelt, andere über Bekannte, Nachbarn. Das läuft also sehr gut. Man kann überall Akquise machen. Wir suchen dabei nicht gezielt nach Themen, wir sind immer offen und lassen uns überraschen, mit welchen Ideen die Senior:innen zu uns kommen. So entsteht immer ein toller Mix, unglaublich bunt und vielfältig. Natürlich tut es den Senior:innen auch gut, wenn wir Ihnen sagen, dass ihre Persönlichkeit und ihr Thema sehr interessant für Kinder wäre. Das ist ja auch ein Kompliment. Wir vermitteln ihnen unsere besondere Wertschätzung. Übrigens ist die Geschlechterverteilung bei unseren Seniorexpert:innen sehr ausgewogen, ja fast 50/50, was beim ehrenamtlichen Engagement im schulischen Bereich eher selten ist.

Muss man sich als Senior:in offiziell bei Ihnen bewerben?

Jede:r, die/der mitmachen möchte ist herzlich willkommen. Wir führen dann ein intensives Kennenlerngespräch und klären miteinander, ob das Engagement für alle Beteiligten passend ist. Nachdem beide Seiten für sich einschätzen können, worum es geht, planen wir meist gemeinsam ein erstes kleines Pilotprojekt.

Begleiten Sie die Werkstatt der Generationen auch mit wissenschaftlicher Forschung, wie sich dieses intergenerative Miteinander auf die Schüler auswirkt?

Leider nein. Das wäre ja ein jahrzehntelanges Forschungsprojekt und müsste mit professioneller wissenschaftlicher Unterstützung und Begleitung durchgeführt werden. Das wäre eine tolle Idee, ist aber leider schwer umsetzbar, weil eben sehr aufwendig. Außerdem dürfte es schwierig sein, einen eventuell positiven Effekt auf die Altersselbstbilder unserer Schüler über Jahrzehnte allein auf die Werkstatt der Generationen zurückzuführen.

Was ist für Sie Ihre wichtigste Erkenntnis nach 18 Jahren als Leiterin der Werkstatt der Generationen?

Jung und Alt passen wunderbar zusammen. Es funktioniert toll, aber man muss in einer Schule den richtigen Rahmen setzen können. Das erfordert intensive pädagogische und organisatorische Überlegungen. Ich denke, unser intergenerativer Ansatz wurde gesellschaftlich in den vergangenen 18 Jahren immer wichtiger. Mitzuwirken bei der Gestaltung einer solidarisch alternden Gesellschaft, das ist Teil des gelebten Miteinanders an unserer Schule. Unsere Seniorexpert:innen zeigen ein bedeutsames Engagement, indem sie ihre Erfahrungen weitergeben, und echte Role Models für positive Altersbilder sind. Sie selber erleben ganz konkret, dass ihr Engagement einen Sinn für junge Menschen hat. Die Werkstatt der Generationen wirkt auf vielfältige Weise und auf verschiedenen Ebenen. Und alle profitieren davon.

Liebe Frau Könemann, ich danke Ihnen herzlich für unser Gespräch!

Mehr zur Monte Balan und der Werkstatt der Generationen findet sich auf deren Webpage www.monte-balan.de


Silent overaging - oje - wieder ein neuer Begriff ...
 

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